Wem gehört Deutschland?

Gebetsmühlenartig läuft täglich über die Medienticker, dass diverse EU-Staaten Milliarden des Rettungsschirmes in Anspruch nehmen könnten. Griechenland wird als Buhmann dargestellt, da das Haushaltsdefizit im letzten Jahr höher war, als von Griechenland selbst angegeben. Die deutschen Bürger werden damit beruhigt, dass im Vergleich zu Griechenland (mit ihrer Gesamtverschuldung von 127% des BIP) wir mit unserer Gesamtverschuldung, die „nur“ 73,4 % des BIP ausmacht, gar nicht so schlecht dastehen. In diesem Zusammenhang sollten wir uns einmal die Gläubiger der Staatsschulden im Allgemeinen anschauen, dann werden wir sehr schnell feststellen, dass die gar kein Interesse daran haben, dass der Staat seine Schulden schnell abbaut. Obwohl die Politiker den Schuldenabbau als oberste Priorität ansehen und im Wahlzyklus dem Wahlvolk vorgaukeln, setzen sie das Gegenteil, nämlich Neuverschuldung und damit Erhöhung der Gesamtverschuldung, um. Und das läuft schon so seit Jahrzehnten.
In Frankfurt am Main sitzt die Finanzagentur GmbH der Bundesrepublik Deutschland, ein ganz kleiner erlesener Kreis von Händlern, deren Aufgabe es ist, täglich Milliarden für die Bundesrepublik Deutschland zu beschaffen und damit gleichzeitig – da diese Milliarden nur geliehen sind – von der Öffentlichkeit unbemerkt neue Schulden für ihre Auftraggeberin produziert.
Diese Schulden sind aber überaus lukrativ aus der Sicht der Gläubiger-Banken, denn aufgrund der Wirtschaftsleistung ist Deutschland ein sehr begehrter Schuldner und kann aus ihrer Sicht gar nicht genug Schulden machen, denn für jeden Kredit lassen sie sich Zinsen und Provisionen bezahlen. Und das sind jedes Jahr zig Milliarden Euro.
Vor einigen Jahren hatte die Sendung Panorama (ARD) diese Thema schon einmal aufgegriffen und beim Staat nachgefragt, wer denn eigentlich die Gläubiger sind. Doch, wie nicht anders zu erwarten, scheint dies ein großes Geheimnis zu sein, denn ihre Anfrage stieß auf taube Ohren. Das System ist eigentlich ganz einfach: die Banken kassieren, das Finanzministerium zahlt und der Steuerzahler – nämlich wir – haften dafür. Selbst der ehemaliger Finanzminister Eichel sagte in einem Interview unverblümt, in dem er zu diesem Geschäftsgebaren befragt wurde: „Das machen wir seit über 30 Jahren so. Wir zahlen nichts zurück. Wenn ein Kredit fällig wird, wird ein neuer aufgenommen, um den alten abzulösen.“
Das Problem dieser Geschichte ist nur, dass die Zinsen auf Dauer immer höher sein werden, als das, was man sich durch Kredite erkauft hat. Die Defizite, die gemacht werden, werden auf Dauer nicht ausreichen, die Zinslast abzudecken. Denn durch Staatsverschuldung resultiert immer eine höhere Steuerlast. Mit anderen Worten: der Steuerzahler kommt für die korrupte Misswirtschaft der Politiker in Verbindung mit der Gier der Großbanken auf.
„Unsere Staatsschulden wachsen schneller als unser Bruttosozialprodukt. Also ist der Staatsbankrott nur noch eine Frage der Zeit. Da jeder Aufschub eigentlich nur noch alles verschlimmern kann, lasst uns ein Erlassjahr einführen, in dem wir alle Schulden vernichten und von vorn anfangen. Mit einem neuen Geldsystem, das auf Dauer bestehen kann. Ist das wirklich der einzige Weg? Ja, das ist er.“ (Margrit Kennedy)
Beste Grüße
Heiko Schrang

Unterstütze auch Du die Arbeit von Heiko Schrang

Helft auch ihr, die journalistische Unabhängigkeit von SchrangTV, sowie den kostenlosen Newsletter langfristig zu sichern.

Wir können es mit unserem Gewissen nicht vereinbaren, Mainstream-Werbung auf unserem Youtube-Kanal zu schalten, was wiederum bedeutet, dass wir mit unserem Kanal keine Werbeeinnahmen generieren. Gleichzeitig wollen wir gewährleisten, dass unsere Abonnenten ohne Werbeunterbrechung die Beiträge sehen können. Damit auch weiterhin Heiko Schrang seine investigative Arbeit fortsetzen kann, würden wir euch bitten, ihn dabei zu unterstützen.


Unterstützen Sie uns mit Ihrem Beitrag Unterstützen Sie uns
mit Ihrem Beitrag
Unterstützen Sie uns
mit Ihrem Beitrag
Ich unterstütze bereits

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.