Warum die Gesellschaft im Aufbruch ist + Interview mit Heiko Schrang

Heiko Schrang im Interview mit dem Magazin FRIEDA  © Beate Wiemers

FRIEDA: In Ihrem Buch „Die GEZ-Lüge“ geben Sie detaillierte Quellen an und stellen die Ämterhäufung dar, was den Deutschen Rundfunkrat angeht, allesamt Personen, die irgendwelchen Parteien angehören, insbesondere der CDU und der SPD. Welche Gelder beziehen diese Politiker/innen für ihren einflussreichen „Nebenjob“ neben den Einnahmen, die sie bereits über ihre Parteientätigkeit erhalten?

Heiko Schrang: Selbst für sogenannte „ehrenamtliche Tätigkeiten“ werden „Aufwandsentschädigungen“ unterschiedlicher Höhe gezahlt. Das betrifft zum Beispiel den äußerst wichtigen Vorsitz des ZDF-Verwaltungsrates. Diesen hat der ehemalige SPD Ministerpräsident Kurt Beck inne.

Die „Selbstbedienungsmentalität“ vieler im öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätiger Politiker ist jedoch nur ein Aspekt des Problems. Entscheidend ist vielmehr, dass alle wesentlichen Posten, die über Programmgestaltung, Personalpolitik, und damit über die politische Ausrichtung der Sender entscheiden, von Politikern besetzt sind.

So liest sich die Mitgliederliste der verschiedenen ZDF-Räte fast schon wie eine „Who‘s Who“-Liste der deutschen Politik. Namen wie Horst Seehofer (CSU, Ministerpräsident Bayern), Matthias Platzeck (SPD, eh. Ministerpräsident Brandenburg), Olaf Scholz (SPD), Wolfgang Bosbach (CDU) oder Stanislaw Tillich (CDU, Ministerpräsident Sachsen), tauchen in diesen Gremien ganz selbstverständlich auf. Im Gegenzug müssen Sie parteilose Mitglieder in den Rundfunkräten fast schon mit der Lupe suchen.

FRIEDA: Das sieht ja nach einer einzigen, gigantischen Kungelei aus! Ist Ihnen bekannt, inwiefern die Rundfunkbeiratsmitglieder auch Zugehörigkeiten zu transatlantischen Netzwerken oder den Bilderberger Konferenzen haben?

Heiko Schrang: Die Vernetzung der Entscheidungsträger innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist tatsächlich global. Wir finden alle Macher des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch in den einschlägig bekannten transnationalen „Think Tanks“ wieder, die es sich nach offiziellen Angaben zur Aufgabe gemacht haben, einen Gedankenaustausch zwischen Akteuren der Hochfinanz, der Politik, der Medien und der Wirtschaft zu ermöglichen.

So ist zum Beispiel der Moderator und Leiter der ZDF-Nachrichtenredaktion Claus Kleber nicht nur Kuratoriumsmitglied der Stiftung Atlantik-Brücke, er ist genauso Teilnehmer der Münchener Sicherheitskonferenz wie auch der elitären Bilderberger Treffen.

FRIEDA: Auch aus dem Bereich der öffentlich-rechtlichen Medien melden sich ja allmählich einige Whistleblower zu Wort, oftmals aber erst dann, wenn sie im Ruhestand sind, aber immerhin plaudern sie – sich in der Sicherheit ihrer Pensionsbezüge wähnend – aus dem Nähkästchen, wie beispielsweise Volker Bräutigam, ehemals Nachrichtenredakteur bei der ARD. In einem Interview mit Ken Jebsen ( www.youtube.com/watch?v=ev5LALGkDak ) spricht Volker Bräutigam ganz unverhohlen über die Bilderberger* und darüber, dass die großen Nachrichtenagenturen vom Pentagon gesteuert werden. Das Pentagon, so Bräutigam, beschäftige 29.000 Personen, die nur dazu da seien, Geschichten zu erfinden. Noch vor wenigen Jahren hätte man Informationen dieser Art so genannten Verschwörungstheoretikern in die Schuhe geschoben. Sind Ihnen weitere Menschen bekannt, die inzwischen offen zugeben, wie bei den Mainstream-Medien manipuliert wird und wenn ja, an wen denken Sie da konkret?

Heiko Schrang: Wenn wir uns die täglichen Nachrichtenmeldungen einmal genauer anschauen, werden wir feststellen, dass die Inhalte sowie die verwendeten Bilder oft so gut wie identisch sind. Das einzige, was sich wirklich für den Zuschauer unterscheidet, sind die jeweiligen Nachrichtensprecher.

Die Frage ist nun, warum ist das eigentlich so? Wie so häufig ist die Antwort immer einfach, wenn man hinter die Kulissen schaut. Dort wird man feststellen, dass der größte Teil der internationalen Nachrichten von nur vier globalen Nachrichtenagenturen stammt. Es sind: Die amerikanische Associated Press (AP), Agence France-Presse (AFP), Reuters sowie die Deutsche Presse-Agentur (DPA). Da die genannte deutsche Nachrichtenagentur aber über keine nennenswerte Auslandskorrespondenz verfügt, werden die internationalen Nachrichten einfach von den drei Großagenturen kopiert. Diese Tatsache ist jedoch den wenigsten Menschen überhaupt bewusst.

Nachrichtenagenturen formulieren Nachrichten und Bildberichte vor, die an Medienkonzerne weiterverkauft und dort meist unbearbeitet veröffentlicht werden. Die Folge daraus ist, dass die Medien sehr häufig über dieselben Themen berichten und dabei sogar dieselben Formulierungen verwenden. Mehr noch, Regierungen, Militärs und Geheimdienste nutzen diese globalen Agenturen als Multiplikator für die weltweite Verbreitung ihrer Botschaften und es gibt tatsächlich bei den Geheimdiensten große Mitarbeiterstäbe, die diese Strukturen nutzen und mit Nachrichten und Bildberichten „füttern“.

Es kommt aber noch schlimmer. Die Mehrzahl der Medien, die Nachrichten verbreiten, recherchieren so gut wie nichts selbst, obwohl die meisten Fernsehkonsumenten davon ausgehen. Es werden nur die Pressemeldungen der Agenturen wiedergegeben. Dies bestätigt, wie Sie schon sagten, unter anderem Volker Bräutigam, der zehn Jahre für die Tagesschau der ARD gearbeitet hat. (https://swisspropaganda.wordpress.com/der-propaganda-multiplikator/)

Gerade diejenigen unter den Journalisten, die besonders eifrig die vorgefertigten Meldungen der Nachrichtenagenturen übernehmen, stehen ganz oben auf den Gehaltslisten der Medienkonzerne. Dabei werden die Zuschauer mit den simpelsten Propaganda-Floskeln konfrontiert, wie beispielsweise: „Putin droht“, „Assad-Hochburg“, „NATO besorgt über russische Aufrüstung“, „Putin auf neuem Konfrontationskurs“, „Wann stoppt die Welt endlich Putin?“ , „Die Hassprediger – Frauke Petry und die AfD“ .

Setzt auch ihr ein Zeichen mit dem Aufkleber „GEZ Ich zahle nicht!“

FRIEDA: Was die Erfüllungsgehilfen „des Systems“, darunter eben auch die Mitarbeiter des so genannten „Öffentlichen Dienstes“ inzwischen teilweise mit den Bürger/innen veranstalten, ist Nötigung. Man denke da nur an die penetrante Rundfunkbeitragseintreiberei, was ja dazu beiträgt, den Verwaltungsapparat in Gang zu halten. Dabei müsste uns doch die Geschichte zur Genüge gelehrt haben, wie Diktaturen funktionieren. Auch die Leute in den Behörden haben Internet und dürften inzwischen umfassender informiert sein. Warum gibt es in den Reihen der Staatsorgane Ihrer Ansicht noch immer so viele Duckmäuser?

Heiko Schrang: Nach außen hin versucht das System tatsächlich, den Schein einer heilen Rundfunkbeitragszahler-Welt aufrechtzuerhalten. Fakt ist jedoch, dass inzwischen fast fünf Millionen Haushalte und Gewerbe den Rundfunkbeitrag verweigern und schon alleine dadurch das System an den Rand des Zusammenbruchs bringen.

Bei den Vollstreckungsbehörden zum Beispiel wird der Unmut immer größer und einzelne haben sich bereits vorgewagt, um solidarisch mit den Rundfunk-Kritikern einen Systemwechsel zu erzwingen. So berichteten wir über einen Vollstreckungsbeamten, der nicht nur in inzwischen über 50 Fällen Rundfunk-Kritikern dabei half, die Zahlung zu verweigern, sondern sogar unser Buch „Die GEZ-Lüge“ an die Beitrags-Schuldner verteilte.

(http://www.macht-steuert-wissen.de/2075/vollstreckungsbeamter-hilft-gez-verweigerern/)

FRIEDA: Ist das Verweigern des Rundfunkzwangsbeitrages für Sie so etwas wie ein Paradebeispiel für zivilen Ungehorsam? Schließlich verzichtet der „gemeine Deutsche“ doch recht ungern auf die Bundesliga und den sonntäglichen Tatort…

Heiko Schrang: Der Punkt ist doch, dass eigentlich in einer freien und demokratischen Gesellschaft das Recht auf selbstbestimmte Medienwahl eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Insofern ist der Rundfunkbeitrag tatsächlich ein Paradebeispiel für den Weg der Zivilcourage. Mit relativ geringem Einsatz kann der Bürger dadurch, dass er die Zahlung einstellt, ein Zeichen für Demokratie und Meinungsfreiheit in Deutschland und Europa setzen.

Im Übrigen ist es ein gezielt gestreuter Mythos, dass nur die öffentlich-rechtlichen Sender in der Lage wären, Sportgroßereignisse zu übertragen. Die Bundesliga läuft ja heute schon weitestgehend im privaten Pay-TV-Sender Sky.

Warum gibt es ein ähnliches Konzept nicht auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Die Verschlüsselung der öffentlich-rechtlichen Sender würde keine wesentlichen Kosten verursachen und ein Decoder könnte praktisch kostenlos an alle Haushalte, die das wünschen, verteilt werden.

FRIEDA: Wie im Editorial dieses Portals zu lesen ist, möchte FRIEDA wissen und darüber informieren, warum wir noch keinen Weltfrieden haben. Wer Ihr Buch gelesen hat, kennt die entscheidenden Antworten auf diese Frage. Die Menschen, die gegenwärtig aber noch von ihren systembedingten Privilegien profitieren, und das sind ja nicht nur irgendwelche Rothschilds und Rockefellers, werden diese vermutlich so lange wie möglich verteidigen. Die mafiösen Seilschaften auf der Welt sind zudem engmaschig vernetzt. Außerdem – die Welt dürfte ja nicht von heute auf morgen besser werden, wenn das Volk den Regierungssitz in Berlin annektiert, Behörden geschlossen werden, die Profiteure des jetzigen Systems, auch die der Mainstream-Medien, tatsächlich an den Pranger gestellt würden, denn das änderte ja noch nicht deren Neigung zum Opportunismus und zur Verlogenheit. Narzissmus und Psychopathie gelten zudem als quasi nicht heilbar. Trotz allem wirken Sie sehr hoffnungsvoll. Wie sieht Ihre Prognose für die nächsten 1-2 Jahre aus? Werden die Menschen geschlossen für ihre Freiheitsrechte eintreten und die „Rechten“ und die „Linken“ vielleicht auch mal begreifen, dass es nicht mehr um „rechts“ oder „links“, sondern um Freiheit und ein lebenswertes Leben auf diesem Planeten gehen sollte? Oder dürfen sich die Mächtigen schon mal die Hände reiben, weil Otto Normalo den Hintern sowieso nicht vom Sofa kriegt und sich die anderen oft auch noch wegen Nichtigkeiten streiten?

Heiko Schrang: In meinem neuen Buch, das im Herbst 2017 erscheinen wird, geht es genau um dieses Thema. Ich erlebe hautnah in meinem Bekanntenkreis, wie viele Menschen verzweifeln „da sich doch nichts ändert und die da oben sowieso machen, was sie wollen“. Dieser und ähnliche Glaubenssätze hindern uns jedoch daran, zu erkennen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Tatsächlich kann eine verhältnismäßig geringe Anzahl von nur 20 Prozent der Bevölkerung in der Lage sein, eine Verhaltensänderung aller anderen bewirken zu können (Pareto-Prinzip).

Jüngste Forschungen gehen sogar davon aus, dass der Prozentsatz noch geringer ist und bei etwa 10 Prozent liegt. Dies bedeutet, um eine Meinung oder ein neues Paradigma zu etablieren, reicht eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Menschen aus. Diese wird auch als sogenannte „kritische Masse“ bezeichnet. Ich bin kein Prophet und weiß nicht, wann und ob ein Umschwung in der Gesellschaft stattfinden wird, mein Eindruck ist jedoch, dass die kritische Masse bald erreicht ist.

FRIEDA: Herzlichen Dank für das Gespräch – und für Ihre Courage!

* In dem Buch „Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen“, finden Interessierte nähere Informationen zu den Bilderbergern. Das Buch liegt inzwischen auch als Hörbuch, gelesen von dem Schauspieler Horst Janson, vor.

Weitere Informationen: Macht steuert Wissen

© Beate Wiemers

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